Offenau

„...und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens“

Das Märchenteam Balsam erzählt an der Quelle des Offenauer Gutstundbachs geheimnisvolle Geschichten von verwunschenen Wassern

Munter springen sie über Steine oder plätschern kontrolliert in Becken. Und wer genau hinhört, der kann sie verstehen, die Bächlein und Brunnen draußen im Wald und in der Stadt. Sie murmeln und flüstern, silbrig-hell klingt ihr Lachen und die Worte sprudeln einfach so aus ihnen heraus.

Im Offenauer Jubiläumsjahr dem Gutstundbach eine Stimme geben die beiden erfahrenen Erzählerinnen Eva Kern-Horsch und Cornelia Thanner vom Märchenteam Balsam aus Bad Rappenau.

An der romantischen Brunnenstube mittendrin in einem Wäldchen erzählen sie ihren gespannt lauschenden kleinen Zuhörerinnen und Zuhörern märchenhafte Geschichten von verwunschenen Quellen, magischen Teichen und verzauberten Brunnen.

Die Märchenstunde am Gutstundbrunnen ist der Offenauer Beitrag zum aktuellen Projekt der Kulturregion HeilbronnerLand und fügt sich ein in das Jubiläumsjahr zum 1250. Geburtstag der Neckargemeinde

Freitag, 28. April, 18:00 Uhr, Offenau Gutstundbrunnen, Parkplatz Friedhofstraße
Beschilderung folgen, Fußmarsch bis zum Brunnen rund 15 Minuten

Märchen frei erzählt für Kinder ab 5 Jahren, Ticket: 2 Euro, Anmeldung notwendig 07136 95 40 0

www.offenau.de

Der Offenauer Gutstundbach

In sanften Schwüngen schlängelt sich der Offenauer Gutstundbach durch das schmale Waldstück, das im Osten der Neckargemeinde zwischen dem Sportgelände und dem Baugebiet Gässlesweg liegt. Sein Ende an einem Schacht in der Friedhofstraße sieht wenig romantisch aus, sein Anfang schon. In Stein gefasst und von einem gemauerten Gewölbe überspannt, liegt die Quelle gut geschützt mitten im Wäldlein.

Wie die Kellerüberreste eines längst verschwundenen und vergessenen Hauses erhebt sich das halbrunde Bauwerk aus dem weichen Boden. „Gutstundbrunnen 1996“ steht schlicht im Schlussstein des Frontbogens. Ob das Bächlein seinen Namen dem Umstand verdankt, dass es von der Offenauer Ortsmitte aus nur nach knapp einer Stunde Fußmarsch zu erreichen ist? Die Chroniken der Gemeinde schweigen dazu. Sie wissen nur, dass sich vor rund 20 Jahren ehrenamtliche Helfer des Freundeskreises „Passio Domini“ unter dem Vorsitz des damaligen Offenauer Ehrenbürgers Willi Röser der damals verfallenen Brunnenstube angenommen haben. Die Grundstückseigentümerin Südzucker AG, das Wasserwirtschaftsamt und das Forstamt waren mit der liebevollen Rekonstruktionsarbeit einverstanden.

Auch eine Brücke bringt seitdem Spaziergänger trockenen Fußes über den leise murmelnden Bach und zu allerhand phantasievollen Ideen über seine Geschichte und den Geschichten, die er leise plätschernd zu erzählen hat.